


In Steyregg, gleich vor den Toren von Linz, stehen sieben Roboterzellen: fünf fest verschraubt, zwei zum Verschieben. An ihnen probieren Kunden aus, ob sich ihre Fertigung automatisieren lässt, bevor sie Geld dafür ausgeben. Rund 60 Menschen halten diesen Standort am Laufen. Er ist die österreichische Adresse des Roboterherstellers KUKA.
Roboter verkaufen ist nur ein Teil des Geschäfts. Der größere beginnt davor. Ein Zulieferer will eine Schweißnaht automatisieren, ein anderer Betrieb seine Paletten packen lassen: Bevor in der Halle eine einzige Schraube gelöst wird, rechnet und simuliert das Engineering-Team in Steyregg durch, ob die Sache trägt. Im TechCenter bauen sie die Anwendung dann testweise auf, vom Schweißen über Bildverarbeitung bis zu Sicherheitskonzepten für Roboter, die ohne Schutzzaun neben Menschen arbeiten. Machbarkeitsstudien heißt das im Prospekt. Praktisch heißt es: erst ausprobieren, dann umbauen.
Gleich nebenan arbeitet das KUKA College. Dort sitzen meist gar keine KUKA-Beschäftigten, sondern Instandhalter aus Produktionsbetrieben, Programmierer von Systemintegratoren und Klassen von Schulen und Fachhochschulen. Wenn in einer Fabrik um drei Uhr früh ein Roboter stehen bleibt, muss jemand vor Ort wissen, was zu tun ist. Genau das wird hier geübt. Beim Umzug rechnete das Haus mit knapp 500 Schulungsteilnehmern pro Jahr.
Das Gebäude selbst ist jung. 1.700 Quadratmeter auf drei Stockwerken, bezogen im Dezember 2018, offiziell eröffnet im Juni 2019. Zuvor saß man in der Linzer Gruberstraße, wo es zu eng geworden war. Die Gesellschaft firmierte früher als KUKA Roboter Austria und KUKA Roboter CEE, heute steht KUKA CEE GmbH am Firmenschild in der Gewerbeallee. Betreut wird von hier aus nicht nur Österreich, sondern auch der südosteuropäische Raum.
Im Rücken steht ein Konzern mit langer Geschichte: 1898 in Augsburg gegründet, heute rund 14.500 Beschäftigte und 3,9 Milliarden Euro Umsatz, vertreten in mehr als 50 Ländern. Die österreichische Tochter gehört zur Gänze der KUKA Deutschland GmbH. Geschäftsführer ist seit Anfang 2023 Reinhard Nagler, der schon seit 2015 im Unternehmen ist und davor das Österreich-Geschäft verantwortet hat.
Technik ist nicht alles, was hier gebraucht wird. Neben Field Service, Engineering und Vertrieb sitzen in Steyregg auch Finanzen, Personal und Marketing. Bei rund 60 Leuten kennt man die Kollegen mit Vornamen. Gleitzeit und Home Office sind geregelt, im Haus gibt es ein Fitnesscenter samt Pilates- und Rückenkursen, eine Kantine mit vergünstigten Menüs und Ladestationen fürs E-Auto. Bildungskarenz und Auszeiten sind laut Karriereseite nach Absprache möglich. Wie viele Lehrlinge ausgebildet werden, gibt das Unternehmen öffentlich nicht an. Die Zahl der Beschäftigten ist seit dem Umzug jedenfalls gewachsen, von 48 im Jahr 2019 auf rund 60 heute.
Gruberstr. 2-4
4020 Linz
Österreich