
Im Kühtai, vierzig Kilometer westlich von Innsbruck, entsteht hinter einem 113 Meter hohen Damm ein neuer Speichersee mit rund 31 Millionen Kubikmetern Inhalt. In der Kaverne darunter stehen zwei Pumpturbinen mit je 95 Megawatt. Rund 1,13 Milliarden Euro investiert die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG in diesen Ausbau, ihr bislang größtes Projekt. Fertig werden soll er 2026 und dann jedes Jahr 216 Millionen Kilowattstunden zusätzlich liefern.
Gegründet wurde das Unternehmen 1924. Seither erzeugt es Strom aus Tiroler Wasserkraft: in der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz, im Kraftwerk Kaunertal, im Innkraftwerk Imst und in einer Reihe kleinerer Anlagen in den Seitentälern. Alleinaktionär ist das Land Tirol. Die TIWAG steht damit vollständig in öffentlicher Hand, und ihr Auftrag ist langfristig angelegt: Tirol mit Strom, Gas und Wärme zu versorgen.
Der Konzern deckt dabei die ganze Kette ab, vom Kraftwerksbau über Erzeugung und Handel bis zum Netz und zum Endkunden. Für den Netzbetrieb steht die Tochtergesellschaft TINETZ-Tiroler Netze mit Sitz in Thaur. Dort und an sieben Regionalstandorten von Lienz bis Landeck arbeiten rund 500 Menschen an etwa 12.000 Kilometern Leitung, 51 Umspannwerken und rund 250.000 Entnahmestellen. Die TIGAS wiederum kümmert sich um Gas und Wärme. Insgesamt sind im TIWAG-Konzern rund 1.700 Beschäftigte tätig, was ihn nach eigenen Angaben zu einem der größten Arbeitgeber Tirols macht.
Die Arbeitsplätze verteilen sich entsprechend über das Land. Elektrotechnikerinnen und Elektrotechniker halten Turbinen, Schaltanlagen und Umspannwerke in Betrieb, Maschinenbauer und Bautechniker planen die nächsten Kraftwerksstufen, in der Innsbrucker Zentrale am Eduard-Wallnöfer-Platz sitzen Vertrieb, Finanzen und IT. Ausgeschrieben werden regelmäßig Stellen in Elektrotechnik und Nachrichtentechnik, im Maschinenbau, bei den erneuerbaren Energien und in der Informationstechnologie.
Ausgebildet wird auch selbst. Sechs Lehrberufe bietet die TIWAG an, darunter Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik, Metalltechnik, Informationstechnologie und bautechnisches Zeichnen; wer weiter will, kann die Lehre mit Matura verbinden oder danach eine Meisterausbildung anschließen. Auch Praktika und Abschlussarbeiten laufen über das Karriereportal. Zu Gehalt und einzelnen Benefits macht die Karriereseite allerdings keine detaillierten Angaben, das klärt sich im Bewerbungsprozess. Und der Ausbau geht weiter: An der Innstufe Imst-Haiming baut die TIWAG derzeit für rund 680 Millionen Euro.
Eduard-Wallnöfer-Platz 2
6020 Innsbruck
Österreich