
Alle drei Jahre setzt sich dieses Haus mit jeder öffentlichen Universität des Landes an einen Tisch und handelt aus, wofür deren Budget in den kommenden Jahren reichen muss. 23 öffentliche Universitäten und 21 Fachhochschulen hängen an diesen Vereinbarungen. Am Wiener Minoritenplatz laufen die Fäden dafür zusammen. Unter demselben Dach sitzt auch die Frauen- und Gleichstellungspolitik des Bundes.
Das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung führt drei Aufgabenwelten zusammen, die man selten nebeneinander denkt. Eine Sektion kümmert sich um Universitäten und Fachhochschulen: Sie schließt die Leistungsvereinbarungen ab, verteilt die Globalbudgets und schreibt die Gesetze, nach denen der österreichische Hochschulraum funktioniert. Eine zweite Sektion betreut die wissenschaftliche Forschung und vertritt Österreich international, etwa bei den ERC-Grants oder im EU-Rahmenprogramm Horizon Europe. Die dritte steht für Frauen und Gleichstellung. Dazu gehören Gewaltschutz, die österreichische Frauenhelpline und die Arbeit an gleichen Chancen in Wissenschaft und Führungspositionen.
Die Wurzeln des Wissenschaftsressorts reichen bis 1970 zurück, als in Österreich erstmals ein eigenes Wissenschaftsministerium eingerichtet wurde. In seiner heutigen Zusammensetzung besteht das Ministerium seit April 2025; an der Spitze steht Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner. Der Sitz liegt im ersten Wiener Gemeindebezirk, wenige Schritte vom Regierungsviertel entfernt. Wie viele Menschen genau hier beschäftigt sind, weist das Haus öffentlich nicht als eine Zahl aus; die Arbeit gliedert sich in die drei großen Sektionen und die Präsidialsektion mit der Verwaltung.
Wer hier arbeitet, arbeitet an der Schnittstelle von Politik, Recht und Wissenschaft. Juristinnen und Juristen formulieren Hochschul- und Studienrecht. Referentinnen und Referenten betreuen Förderprogramme und begleiten die Universitäten durch die Budgetverhandlungen. Fachleute für internationale Angelegenheiten sitzen in EU-Gremien und im Europäischen Hochschulraum mit am Tisch, während die Frauenabteilung Gewaltschutz und Gleichstellung inhaltlich verantwortet. Als Bundesministerium ist der Arbeitgeber Teil des öffentlichen Dienstes, mit den geregelten Rahmenbedingungen, die dazugehören. Die Themen sind gesellschaftlich sichtbar: Es geht um das Studium hunderttausender junger Menschen, um Österreichs Rolle in der europäischen Forschung und um konkrete Verbesserungen für Frauen. Entschieden wird nicht abstrakt, sondern in Gesetzen, Budgets und Vereinbarungen, die im ganzen Land wirken.
Minoritenplatz 5
1010 Wien
Österreich