
Bei gunnercooke steigen Anwältinnen und Anwälte meist erst dann ein, wenn sie ihr Handwerk längst beherrschen. Die Partner bringen in der Regel weit mehr als 10.000 Stunden Berufserfahrung mit, viele davon aus früheren Jahren in Unternehmen. Sie führen ihre Mandate selbst, stellen ihre Teams selbst zusammen und entscheiden weitgehend selbst, wie und wo sie arbeiten. Genau dieses Modell hat die Kanzlei aus Großbritannien nach Deutschland gebracht.
gunnercooke ist eine Wirtschaftskanzlei mit deutschem Sitz in Berlin, am Kurfürstendamm. In Deutschland gestartet ist sie im Herbst 2021, und zwar gleich in fünf Städten auf einmal: neben Berlin auch in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München, damals mit rund 20 Partnern und etwa 25 weiteren Juristinnen und Juristen (JUVE, 2021). Die Wurzeln liegen in England. Dort wurde gunnercooke 2010 gegründet und ist heute mit rund 250 Partnern in Städten wie London, Manchester und Edinburgh vertreten. Inzwischen reicht das Netzwerk über Großbritannien und Deutschland hinaus bis nach Österreich und in die USA, wo 2022 ein Büro in New York und 2025 eines in Chicago dazukam.
Die Arbeit dreht sich um die rechtlichen Fragen von Unternehmen. In der einen Ecke geht es um Firmenkäufe und Gesellschaftsrecht, in der anderen um Banken, Finanzierung und FinTech, und ein Team weiter sitzt jemand über einer Restrukturierung. Dazu kommen Felder wie Arbeits-, Steuer- und Immobilienrecht oder der gewerbliche Rechtsschutz. Über zwanzig Fachgebiete deckt die Kanzlei so ab, und die Teams werden nicht nach starrer Abteilung, sondern nach Thema und Erfahrung zusammengestellt.
Das Besondere für Bewerberinnen und Bewerber liegt im Aufbau der Kanzlei. gunnercooke versteht sich als Gegenentwurf zur klassischen Großkanzlei. Es gibt kein Lockstep-System, in dem sich die Vergütung allein nach Dienstjahren richtet, und keinen Druck, eine feste Zahl abrechenbarer Stunden zu erreichen. Die Partner arbeiten als selbstständige Berufsträger, behalten einen großen Teil des von ihnen erwirtschafteten Honorars und gestalten Arbeitszeit und Arbeitsort in weiten Teilen frei. Im Rücken haben sie dabei eine gemeinsame Verwaltung und ein internationales Netzwerk, das die Mandatsarbeit trägt. Das spricht vor allem erfahrene Wirtschaftsanwältinnen und -anwälte an, die unternehmerisch arbeiten wollen, ohne die Infrastruktur einer großen Organisation aufzugeben. Neben den anwaltlichen Rollen gibt es Aufgaben in Verwaltung, Mandantenbetreuung und den zentralen Diensten der Kanzlei.
Wie viele Berufsträger in Deutschland heute genau für gunnercooke tätig sind, weist die Kanzlei öffentlich nicht aus. Ein Blick auf das Netzwerk zeigt aber die Reichweite: Die Mandanten sitzen nach Angaben der Kanzlei in über 120 Ländern, und die Anwältinnen und Anwälte sind in mehr als zwanzig Rechtsordnungen zugelassen.
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Österreich