
Analoge Fotografie galt Anfang der 1990er als Auslaufmodell, als ein paar Wiener Studierende eine sowjetische Kleinbildkamera mit nach Hause brachten und daraus 1992 eine Bewegung machten. Aus dieser Idee ist ein Unternehmen mit Sitz im 7. Wiener Bezirk geworden, das bis heute Kameras, Objektive, Filme und Zubehör für die Fotografie auf Film entwickelt, produzieren lässt und weltweit verkauft. Gearbeitet wird auf Englisch. Im Team in Wien kommen Kolleginnen und Kollegen aus mehr als 15 Nationen zusammen.
Lomography verkauft nicht nur Fotoartikel, sondern macht sie selbst: Kleinbildfilm in 35 mm, Rollfilm in 120 und sogar das kleine 110er-Format gehören zum Sortiment, dazu die eigenen LomoChrome-Filme, Objektive und Sofortbildprodukte. Den Anfang der kommerziellen Geschichte machte 1995 der Vertrieb der LOMO LC-A außerhalb der ehemaligen Sowjetunion, im selben Jahr wurde die Gesellschaft in Wien ins Firmenbuch eingetragen. Rechtsträger ist heute die Lomographische GmbH, die frühere Lomographische AG, geführt von Matthias Fiegl-Bibawy und Sally Bibawy und mehrheitlich im Eigentum der Wiener Lomography Holding GmbH. Die Zentrale liegt in der Kaiserstraße.
Von dort aus reicht das Netz weit: Tochtergesellschaften und Büros bestehen laut Karriereseite des Unternehmens unter anderem in London, Paris, New York, Tokio, Hongkong, Shanghai und Manila. Die Lomography Gallery Stores führen das komplette Sortiment und sind zugleich Orte für Ausstellungen, Workshops und Meetups. Auf lomography.com hat sich über die Jahre eine Community von über einer Million Mitgliedern gesammelt, die dort Bilder, Kameratests und Filmrezensionen veröffentlicht. Diese Community ist kein Marketing-Anhängsel, sondern die Bühne, auf der die Produkte besprochen werden.
Entsprechend breit sind die Berufsbilder. In der Produktentwicklung entstehen neue Kameras und Objektive, im Haus arbeiten außerdem Grafik und Design, Redaktion und Copywriting, Programmierung, Logistik sowie Finanzen und Administration. Im LomoLAB in Wien läuft ein eigenes Minilab: Filme entwickeln, scannen, Bilder bearbeiten und drucken. Wer über ein Praktikum oder Volontariat einsteigt, landet also nicht in der Theorie, sondern an konkreten Filmrollen, Texten oder Sendungen. Das Unternehmen schreibt seine Stellen selbst über seine Karriereseite aus, häufig für den Standort Wien.
Zur Größe: Im eigenen Arbeitgeberprofil auf karriere.at gibt das Unternehmen 31 bis 50 Beschäftigte an, eine exakte Zahl ist öffentlich nicht veröffentlicht. Dort nennt es auch, was den Arbeitsalltag prägt, von ergonomischen Bürostühlen und Gesundheitsmaßnahmen bis zu gemeinsamen Ausflügen zum Heurigen oder auf die Donau. Der Standort in der Kaiserstraße ist mit U3, U6 und den Linien 5 und 49 in Gehweite erreichbar.
Siebeneichengasse 2
1150 Wien
Österreich