
Rund 28 Millionen Produkte verkauft L'Oréal Österreich pro Jahr. Dahinter steht ein überschaubares Team: 230 Menschen aus 13 Nationen, die von einem Büro am Wiedner Gürtel in Wien aus 34 internationale Kosmetikmarken für den heimischen Markt betreuen. Angefangen hat das 1912 mit Haarfarben. Österreich gehörte damit zu den ersten Ländern der Welt, in denen es Produkte des französischen Konzerns überhaupt gab.
Produziert wird in Wien nicht. Die österreichische Gesellschaft bringt die Marken des Konzerns in den Markt, baut sie auf und begleitet sie bis ins Regal. Der Zuschnitt der Geschäftsbereiche folgt dabei dem Ort, an dem gekauft wird: L'Oréal Paris und Garnier stehen in der Drogerie, La Roche-Posay verkauft die Apotheke, Kérastase der Friseursalon. Wer hier einsteigt, arbeitet deshalb nie an einem Produkt allein, sondern an einer Marke und dem Kanal, in dem sie funktioniert.
Entsprechend unterschiedlich sehen die Jobs aus. Im Marketing entwickeln Brand Manager Kampagnen für den österreichischen Markt, im Vertrieb verhandeln Key Account Manager mit den großen Handelsketten, und für die Friseursparte fahren eigene Trainerinnen und Trainer in die Salons und schulen dort am Kundenkopf. Dazu kommen kaufmännische Funktionen, E-Commerce und Logistik. Junior-Stellen und Praktika schreibt das Unternehmen laufend aus, was einen Berufseinstieg in einer Branche ermöglicht, in die man sonst schwer hineinkommt.
Alleinige Gesellschafterin ist die L'Oréal S.A. mit Sitz bei Paris. Der Konzern erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 44,05 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit mehr als 95.000 Menschen; in 22 Forschungszentren arbeiten über 4.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an neuen Formulierungen. Für die 230 Beschäftigten in Wien heißt das: kleine Einheit, kurze Wege, aber die Produktentwicklung, die Studien und die Systeme eines Weltkonzerns im Rücken. Zu einzelnen Sozialleistungen veröffentlicht die österreichische Gesellschaft keine detaillierten Angaben.
Über das Tagesgeschäft hinaus fördert L'Oréal Österreich gemeinsam mit der Österreichischen UNESCO-Kommission, der Akademie der Wissenschaften und dem zuständigen Ministerium junge Forscherinnen in Medizin, Natur- und Lebenswissenschaften. Vier von ihnen erhalten jedes Jahr je 25.000 Euro.
Am Euro Platz 3
1120 Wien
Österreich