
In mehr als zehn Sprachen berät ZEBRA Menschen, die geflüchtet oder eingewandert sind. Von der ersten Rechtsauskunft bis zur Psychotherapie in der eigenen Muttersprache. Die Wurzeln reichen ins Jahr 1986 zurück: Damals gründeten Aktive aus der Menschenrechtsarbeit, viele aus dem Umfeld von Amnesty International, die Einrichtung in Graz. Von dort aus arbeitet ZEBRA bis heute für Menschen in der ganzen Steiermark und darüber hinaus.
Das Haus in der Grazer Granatengasse versteht sich als Kompetenzzentrum für Asyl, Integration und Diversität. Ein großer Teil der Arbeit dreht sich um Menschen, die Krieg, Verfolgung oder Folter überlebt haben. In der Psychotherapie sitzen Kinder, Jugendliche und Erwachsene entweder muttersprachlichen Therapeutinnen gegenüber oder arbeiten mit professionellen Dolmetscherinnen. Dazu kommen Familienberatung, rechtliche Beratung im Asyl- und Fremdenrecht und Programme, die Menschen Schritt für Schritt in Ausbildung und Arbeit begleiten, etwa der Integrationspfad, den ZEBRA gemeinsam mit dem FAB betreibt. Für viele Angebote zahlen die Ratsuchenden nichts, die Psychotherapie läuft über die Krankenkasse. ZEBRA arbeitet nicht nur mit Einzelpersonen. Auch Behörden, Schulen und Unternehmen buchen Dolmetschleistungen, Seminare und Beratung zu Migrations- und Diversitätsfragen. Finanziert wird das über Bund und Land, Sozialversicherungsträger und Spenden. Die Standorte liegen über die Region verteilt: Neben Graz gibt es Therapieangebote in Leibnitz, Kapfenberg, Leoben und Judenburg, und die Anlaufstelle zur Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen sitzt in Klagenfurt. Wer hier arbeitet, kommt aus ganz unterschiedlichen Feldern. In den Therapieräumen arbeiten Psychotherapeutinnen und Physiotherapeuten, an den Beratungstischen sitzen Juristinnen und Sozialarbeiterinnen neben Dolmetscherinnen, die zwischen mehr als zehn Erstsprachen vermitteln. Eine genaue Mitarbeiterzahl veröffentlicht ZEBRA nicht. Geleitet wird die Organisation von Mag. Alexandra Eveline Köck; im WKO-Verzeichnis ist ZEBRA als frauengeführtes Unternehmen eingetragen. Aus dem Verein von 1986 ist heute eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Graz geworden. Der Auftrag blieb der gleiche: geflüchteten und eingewanderten Menschen zu einem selbstbestimmten Platz in der Gesellschaft zu verhelfen.
Granatengasse 4
8020 Graz
Österreich