
2025 kamen erstmals mehr als zwei Millionen Menschen ins Belvedere, rund 2.030.000 in drei Häusern und um neun Prozent mehr als im Jahr davor. Im Oberen Belvedere hängt „Der Kuss“. Mit 24 Gemälden verwahrt das Museum die weltweit größte Sammlung an Klimt-Ölbildern. Der Arbeitsplatz ist dabei ein barocker Schlosskomplex, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Das Haus sammelt, erforscht und zeigt österreichische Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart und stellt sie in einen internationalen Zusammenhang. Die drei Standorte liegen alle im dritten Wiener Gemeindebezirk und haben unterschiedliche Aufgaben. Im Oberen Belvedere steht die Schausammlung, die 2025 rund 1.556.300 Besuche zählte. Das Untere Belvedere am Rennweg zeigt Sonderausstellungen und kam auf 375.300, das Belvedere 21 in der Arsenalstraße widmet sich der Kunst der Gegenwart und zählte 99.000.
Ein Stück weiter, am Rennweg 4, arbeitet das Belvedere Research Center. Dort betreuen Bibliothekarinnen, Archivare und Provenienzforscher die Bestände und prüfen systematisch, woher Werke stammen, die vor 1945 entstanden und ab 1933 in die Sammlung kamen. Restauratorinnen, Kunstvermittler und Aufsichtspersonal halten den täglichen Betrieb aufrecht. Zuletzt schrieb das Haus eine Stelle in der Museumsaufsicht und eine Stelle für Jurist:innen aus.
Die Geschichte beginnt 1903. Damals eröffnete im Unteren Belvedere die Moderne Galerie, ein Staatsmuseum als Gegenstück zu den kaiserlichen Sammlungen. Die ersten bedeutenden Ankäufe stammten aus Ausstellungen der Secession und bilden bis heute den Kern der Sammlung. 1955 unterzeichneten die Außenminister im Marmorsaal des Oberen Belvedere den österreichischen Staatsvertrag.
Als wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts mit Sitz in der Prinz-Eugen-Straße gehört das Belvedere zu den Bundesmuseen und untersteht dem Kulturministerium. Am 23. April 2024 erhielt es vom Wirtschaftsministerium das Gütesiegel equalitA. Mehr als die Hälfte der Belegschaft sind Frauen, auch in leitenden Positionen. Das Haus nennt verschiedene Arbeitszeitmodelle sowie Veranstaltungen und Weiterbildungsprogramme für seine Mitarbeitenden; eine aktuelle Beschäftigtenzahl veröffentlicht es nicht.
Die Führung wechselt demnächst. Generaldirektorin Stella Rollig und der kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Bergmann stehen dem Museum seit 2017 vor. Mit 16. Jänner 2027 übernimmt Nina Zimmer die Generaldirektion, Bergmann wurde für weitere fünf Jahre bestellt. Unter dem Schloss soll bis 2028 ein neues Visitor Center entstehen, veranschlagt mit 37,8 Millionen Euro und mit Baustart 2027.
Prinz Eugen-Straße 27
1030 Wien
Österreich