

Rund eine Million Tragrollen verlassen jedes Jahr das Werk in Klagenfurt am Wörthersee. Über 1.500 verschiedene Varianten hat KRAUS im Programm, und wer genau ein einziges Sonderstück braucht, bekommt auch das. Angefangen hat die Firma 1939 mit Schiebtruhen aus Holz.
Die Produkte von KRAUS bewegen Waren dort, wo man sie selten sieht: im Inneren von Fabriken, Lagern und Verteilzentren. Rollt ein Paket über eine Förderstrecke oder hebt ein Scherenhubtisch eine Palette auf Arbeitshöhe, steckt dahinter oft Technik aus Kärnten. Dr. Hans Kraus gründete den Betrieb 1939 in Pörtschach am Wörthersee und baute zunächst Schiebtruhen und Transportrodeln aus Holz. In den 1980er-Jahren übersiedelte das Unternehmen auf ein 22.000 Quadratmeter großes Grundstück in Klagenfurt. Seit 1991 stellt KRAUS seine Tragrollen selbst her.
Das prägt den Arbeitsalltag bis heute. Konstruktion, Fertigung und Vertrieb sitzen am selben Standort, rund 80 Menschen arbeiten hier. Zu den Kunden zählen Liebherr, Voestalpine und Zara, die Fachpresse nennt außerdem Deutsche Post, Siemens und internationale Flughäfen. Wer eine Rolle konstruiert, sieht also ziemlich direkt, was daraus wird.
Gesucht werden vor allem Metall- und Technikberufe. An den Maschinen stehen CNC-Facharbeiter und Dreher, im Büro planen Konstrukteure die nächste Sonderrolle. Das Betriebsklima beschreibt das Unternehmen selbst als familiär, mit flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen. Greifbarer wird das bei den Prämien: Wer einen Ablauf verbessert, bekommt dafür Geld. Dazu Gleitzeit mit Kernzeit und Ladestationen für E-Autos am Firmenparkplatz.
Digital ist der Betrieb weiter, als man es einem 87 Jahre alten Rollenhersteller zutrauen würde. Kunden stellen ihre Tragrolle online selbst zusammen und laden die CAD-Daten kostenlos herunter. 2019 flossen nach Angaben von Alexander Wagner knapp 40 Prozent des Jahresumsatzes zurück in Infrastruktur, Maschinen, Personal und Digitalisierung. Aktuelle Umsatzzahlen veröffentlicht die Firma nicht; die letzte eigene Angabe stammt aus dem Jahr 2017, als erstmals die 11-Millionen-Euro-Marke fiel. Geführt wird das Unternehmen von Dieter Wagner und Alexander Wagner. Gefertigt wird nach wie vor in Klagenfurt, Losgröße 1 inklusive.
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Österreich