
Wer hier anruft, hat meistens mit einer Wohnung zu tun. Ein Kaufvertrag soll geprüft werden, oder eine Eigentümergemeinschaft wird sich über die Sanierung nicht einig. Dr. Walter Lichal führt seine Kanzlei seit 1990 in der Wiener Donaustadt, heute in der Anton-Sattler-Gasse, ein paar Gehminuten von der U1-Station Kagraner Platz. Seit April 2025 ist er dort nicht mehr allein.
Lichal ist Jahrgang 1961, hat in Wien studiert und 1986 promoviert. Nach vier Jahren als Konzipient bei Dr. Karl Burka und der Anwaltsprüfung 1989 ist er seit 1990 in der Liste der Rechtsanwaltskammer Wien eingetragen. Sein Feld ist das Immobilien- und Wohnrecht. Er arbeitet für Eigentümer und Hausverwaltungen, prüft Kauf-, Miet- und Bauträgerverträge und führt die Streitfälle daraus auch vor Gericht. Dazu kommen Erbrecht und Familienrecht. Für eine große österreichische Versicherung ist er außerdem Vertrauensanwalt im Rechtsschutz, ein Mandat, das seit über drei Jahrzehnten läuft.
Die zweite Anwältin bringt ein ganz anderes Rechtsgebiet mit. Mag. Lena Maria Urban, LL.B. (WU), hat sich im April 2025 selbstständig gemacht und arbeitet in denselben Räumen. Die beiden bilden eine Regiegemeinschaft, teilen also Büro und Infrastruktur, bleiben rechtlich aber je eigene Kanzlei. Urban kommt aus dem Datenschutz. Sieben Jahre lang war sie in der Kanzlei von Dr. Sebastian Schumacher, erst als Juristin, dann als Konzipientin; danach folgten Knyrim Trieb und 2024 KPMG Law. Ihre Themen reichen von der DSGVO über IT- und Digitalisierungsrecht bis zu der Frage, ob ein KI-Tool im Betrieb rechtlich hält. Sie hält dazu Vorträge, publiziert und ist als Certified Digital Legal Expert zertifiziert. Auf der gemeinsamen Website stehen deshalb vier Bereiche nebeneinander: allgemeines Zivilrecht, Immobilienrecht, Prozessführung sowie Datenschutz und IT.
Wie der Alltag im Sekretariat aussieht, hat die Kanzlei im März 2025 in einer Ausschreibung für die Rechtskanzleiassistenz ziemlich offen aufgeschrieben. Fristen und Termine im Blick behalten. Schriftsätze über den WebERV bei Gericht einbringen, Kostennoten legen, Diktate übertragen, Mandanten empfangen. Als Kanzleisoftware läuft Advokat-Office. Angeboten wurden damals 35,5 Wochenstunden, Montag bis Donnerstag bis 17 Uhr und freitags bis Mittag, alternativ auch 30 bis 32 Stunden, bei 1.900 Euro brutto und ausdrücklicher Bereitschaft zur Überzahlung je nach Qualifikation. Überstunden hat dieselbe Ausschreibung ausdrücklich ausgeschlossen. Über das Arbeitsklima schrieb die Kanzlei "nett, familiär und angenehm", über sich selbst "kleine renommierte Anwaltskanzlei".
Wie viele Menschen insgesamt hier arbeiten, veröffentlicht die Kanzlei nicht. Klein bleibt sie jedenfalls, und bei zwei Anwälten sind die Wege zwischen Akt, Sekretariat und Verhandlung kurz. Geöffnet ist Montag bis Donnerstag von neun bis zwölf und von dreizehn bis siebzehn Uhr, freitags bis Mittag. Termin vorausgesetzt.
Anton Sattler-Gasse 105/1
1220 Wien
Österreich