
Mehr als hundert Hilfsorganisationen in Europa und Lateinamerika sammeln Spenden mit Software aus einem Wiener Büro. Formunauts entwickelt sie seit 2014: eine App, mit der Fundraiserinnen und Fundraiser auf der Straße, an Ständen und an der Haustür Dauerspenden abschließen, direkt am Tablet. Amnesty International, Greenpeace, der WWF und das UN-Flüchtlingshilfswerk zählen zu den Organisationen, die damit arbeiten.
Face-to-Face-Fundraising ist ein eigenes Handwerk: Menschen auf der Straße ansprechen, sie in wenigen Minuten für eine Sache gewinnen und die Zusage sauber dokumentieren. Den technischen Teil übernimmt die Formunauts-App. Organisationen bauen sich darin ihre Spendenformulare, die Teams draußen arbeiten damit am Tablet, und im Hintergrund laufen die Prüfung der Daten in Echtzeit, SEPA-Lastschrift, Apple Pay und Google Pay sowie Schulungsinhalte für neue Fundraiser. Die Daten liegen auf ISO-zertifizierten Servern in Europa. Das ist in dieser Branche keine Nebensache. Für jeden Datensatz, den ein Team an der Haustür aufnimmt, steht am Ende die Organisation gerade.
Seit 2020 gibt es ein zweites Standbein. Formunauts ONE bringt gemeinnützige Organisationen mit geprüften Fundraising-Agenturen zusammen und betreut komplette Kampagnen. Zum Marktstart in Großbritannien im März 2021 hatte das Unternehmen nach Angaben des Branchendienstes UK Fundraising bereits über 300 Kampagnen in neun Ländern begleitet; für den britischen Markt besteht eine eigene Gesellschaft mit Sitz in Fareham. Die Oberfläche spricht Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch, die App läuft auf iOS und Android.
Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das vor allem eines: kurze Wege. Das Team ist klein, das Arbeitgeberprofil auf karriere.at nennt eine Größenordnung von elf bis dreißig Beschäftigten (Stand: August 2026); eine offizielle Mitarbeiterzahl veröffentlicht die Firma nicht. Zuletzt suchte sie eine erfahrene Person fürs Frontend-Engineering und eine zweite fürs Customer Success mit sozialem Auftrag. Die Gehälter stehen offen in den Ausschreibungen, im Customer Success etwa 49.000 bis 56.000 Euro brutto im Jahr. Homeoffice ist möglich, Mentoring und Teamevents nennt das Unternehmen selbst als Teil des Angebots.
Wer hier Software schreibt, arbeitet an einem Produkt, dessen Wirkung sich in abgeschlossenen Dauerspenden messen lässt. Wer im Kundenkontakt sitzt, hat NGOs in mehreren Ländern am Telefon, von Barnardo's in Großbritannien bis zu den SOS-Kinderdörfern. Gegründet hat Formunauts 2014 Reinhard Schlossnagel; geführt wird das Unternehmen heute von ihm gemeinsam mit Max Jakob, vom Büro in der Schottengasse in der Wiener Innenstadt aus.
Schottengasse 6-8/9
1010 Wien
Österreich