
In Ferlach in Kärnten und in Deutsch-Wagram bei Wien entstehen Pistolen, die bei Polizei- und Militärbehörden rund um die Welt im Dienst sind. Gefertigt werden sie von der Glock Gesellschaft m.b.H., die an ihren beiden großen österreichischen Standorten rund 1.800 Menschen beschäftigt (SN.at, 8.11.2024). Etwa 90 Prozent der Produktion gehen in den Export. Angefangen hat alles 1963 mit einem kleinen Betrieb, den Gaston Glock in Deutsch-Wagram gründete.
Das Kerngeschäft heißt Sicherheitstechnik. GLOCK stellt Faustfeuerwaffen und deren Komponenten her, überwiegend für Polizei- und Militärkunden, dazu Feldmesser, Feldspaten und Zubehör. Groß geworden ist das Unternehmen mit einer technischen Idee aus den frühen 1980er-Jahren: einer Pistole, die Stahl mit Polymer kombiniert und mit auffallend wenigen Einzelteilen auskommt. Das hat sich durchgesetzt. Laut einer Forbes-Recherche von 2018 haben rund 65 Prozent der Behörden auf Bundes-, Staats- und lokaler Ebene in den USA Glock-Pistolen beschafft. Das Unternehmen selbst bezeichnet sich als weltweit führenden Pistolenhersteller mit über 45 Jahren Erfahrung. Außerhalb Österreichs ist Smyrna im US-Bundesstaat Georgia der wichtigste Standort der Gruppe.
Der Firmensitz liegt in Ferlach, einer Stadt, in der seit Jahrhunderten Büchsenmacher arbeiten. Produziert wird dort seit 1985. Deutsch-Wagram in Niederösterreich ist der zweite große Standort und bis heute als Zweigniederlassung eingetragen; dazu kommen kleinere Betriebsstätten in Klagenfurt und in Lind ob Velden. Eigentümer ist zu 99 Prozent die Glock Privatstiftung, ein Prozent hält Kathrin Glock. Eine Stiftung als Eigentümerin bedeutet in der Praxis: kein Verkaufsdruck von außen, Entscheidungen fallen in Österreich. Wie viele Beschäftigte die gesamte Gruppe weltweit zählt, veröffentlicht das Unternehmen allerdings nicht.
Wer hier arbeitet, arbeitet fast immer mit Metall oder Kunststoff. An den Maschinen stehen Zerspanungstechniker und Maschineneinsteller, im Werkzeugbau entstehen die Werkzeuge, mit denen später die Serienteile gefertigt werden. Weil der Export das Geschäft trägt, sitzen daneben Tender-Manager im Haus, die internationale Behördenausschreibungen betreuen. Auch Instandhaltung, Logistik und IT gehören zum Personalbedarf, den GLOCK auf mehr als 50 neu zu besetzende Stellen pro Jahr beziffert. Ausgebildet wird im eigenen Haus: Das Unternehmen ist eingetragener Lehrbetrieb, die technischen Lehren dauern vier Jahre, etwa in der Präzisionsmesstechnik. Die nächsten Lehrstellen sind für September 2026 ausgeschrieben.
Gaston-Glock-Park 1
2232 Deutsch-Wagram
Österreich