
Ein Zahnrad, das leise läuft und hohe Kräfte überträgt, bekommt seine letzte Form auf einer Schleifmaschine. Sehr oft kommt diese Maschine aus Coburg, von der KAPP GmbH & Co. KG, die am Markt unter dem Namen KAPP NILES auftritt. Rund 1.000 Menschen arbeiten in der Unternehmensgruppe, gefertigt wird an drei deutschen Standorten und an mehreren Werken im Ausland. Das Unternehmen wurde 1953 von Bernhard Kapp gegründet und wird bis heute von der Familie geführt.
KAPP baut Maschinen und Werkzeuge für die Feinbearbeitung von Verzahnungen und Profilen, dazu Messtechnik und die passende Software. Die Präzision reicht in den Tausendstel-Millimeter-Bereich, und bearbeitet werden Bauteile bis zu acht Metern Durchmesser. Das ist keine Massenware. Wer hier arbeitet, sieht Maschinen entstehen, die einzeln auf die Aufgabe des Kunden zugeschnitten sind. Die Abnehmer sitzen im Getriebe- und Fahrzeugbau, in der Luftfahrt und in der Energietechnik, etwa bei Kompressoren und Windkraftanlagen. 1997 kam die 1898 in Berlin gegründete Maschinenbaufirma NILES dazu, seither steht der Doppelname für die Gruppe. Produziert wird in Coburg, Berlin und Großostheim, dazu kommen eigene Gesellschaften unter anderem in Boulder in Colorado, im chinesischen Jiashan, in Brasilien, Japan, Indien und Italien. Für Beschäftigte heißt das: Projekte laufen über Zeitzonen hinweg, Servicetechnik und Anwendungstechnik sind international unterwegs. Nach eigenen Angaben gibt es im Unternehmen über 120 verschiedene Berufsbilder. In der Fertigung stehen Zerspanungs- und Industriemechanikerinnen an CNC-, Dreh- und Schleifmaschinen, in der Entwicklung arbeiten Konstrukteure und Elektroniker an der nächsten Maschinengeneration, dazu kommen Anwendungstechnik, Vertrieb und IT. Ausgebildet wird in Coburg und Berlin, unter anderem zum Industriemechaniker, zum Elektroniker für Betriebstechnik und zum Zerspanungsmechaniker, jeweils dreieinhalb Jahre. Auch ein Maschinenbau-Studium mit vertiefter Praxis ist möglich, und wer weiter will, kann sich bis zum staatlich geprüften Techniker qualifizieren. Weiterbildung nimmt das Unternehmen ernst: Sprachtrainings, fachspezifische Schulungen und Führungskräftetrainings gehören zum Angebot. Bezahlt wird tariflich oder betrieblich, dazu kommen betriebliche Altersvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle in fast allen Abteilungen, mobiles Arbeiten und in der Produktion Schichtmodelle mit wöchentlichem Wechsel. Kantine und kostenlose Parkplätze gibt es ebenfalls. Wie viele Beschäftigte genau auf die Gesellschaft in Coburg entfallen, veröffentlicht das Unternehmen nicht, die Zahl von rund 1.000 bezieht sich auf die gesamte Gruppe. Zum Ausbildungsstart 2024 begannen zehn junge Leute in Coburg und Berlin.
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