
1920 eröffneten Therese und Johann Mölk in Innsbruck ein kleines Lebensmittelgeschäft. Über hundert Jahre später führt die Familie das Unternehmen noch immer. Aus dem einen Geschäft sind rund 280 Märkte geworden, von Vorarlberg bis Kärnten und über den Brenner nach Südtirol. Mehr als 6.000 Menschen aus über 80 Nationen arbeiten heute für MPREIS, das damit zu den größten privaten Arbeitgebern Tirols zählt.
Der Kern des Geschäfts ist der Lebensmittelhandel. Ungewöhnlich ist, wie viel MPREIS selbst herstellt. In Völs bei Innsbruck, wo die Zentrale steht, backt die Bäckerei Therese Mölk für die Märkte der Gruppe; sie ist die größte Bäckerei Tirols und beschäftigt rund 180 Menschen. Gleich nebenan zerlegt und verarbeitet die Alpenmetzgerei Fleisch. Dazu kommen über 250 regionale Lieferanten, von denen jedes Jahr 2,3 Millionen Salatköpfe und 660.000 Kilogramm Äpfel in die Regale wandern.
Neben den Supermärkten betreibt das Unternehmen rund 170 Baguette-Bistros und kleinere Nahversorger unter dem Namen miniM. Fair-Trade-Produkte führt MPREIS seit 1988, die Bio-Linie BIO VOM BERG kommt von Tiroler Bergbauernhöfen. 2022 überschritt der Umsatz erstmals eine Milliarde Euro; laufend aktualisierte Zahlen veröffentlicht das Familienunternehmen nicht.
Die Berufe unter diesem Dach liegen weit auseinander. An der Kassa und in der Feinkostabteilung arbeiten Einzelhandelskaufleute, in der Nachtschicht der Bäckerei stehen Bäckerinnen und Backtechnologen an den Öfen, in der Zentrale in Völs sitzen Bürokaufleute, Logistiker und IT-Fachkräfte. Wer im Verkauf anfängt, kann in die Marktleitung wechseln. Weil die Märkte über sechs Regionen verteilt sind, gibt es Stellen auch abseits der Ballungsräume, oft im eigenen Ort.
Ausgebildet wird in neun Lehrberufen, von der Fleischverarbeitung über die Lebensmitteltechnik bis in die Informationstechnologie. Lehrlinge bekommen fünf Wochen Urlaub, ein Öffi-Ticket und 500 Euro Zuschuss zum Führerschein, im dritten Lehrjahr ist ein vierwöchiges Praktikum im EU-Ausland möglich. Die Lehre mit Matura steht ebenfalls offen. Die Lehrlingsentschädigung beginnt bei 1.276 Euro im ersten Lehrjahr und steigt bis zum dritten auf 1.788 Euro.
Beim Bauen geht MPREIS eigene Wege. 2013 eröffnete in Pinswang ein Supermarkt im Passivhausstandard, das Unternehmen gehört zu den größeren Photovoltaik-Betreibern des Landes, und den Strom für die Märkte liefert Wasserkraft aus Tirol.
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Österreich