
Rund 800 Spezialtransporter und zwei RoRo-Binnenschiffe halten das Geschäft von MOSOLF in Bewegung. Sie bringen Neuwagen vom Werk zum Händler, Leasingrückläufer zurück in den Handel und Land- und Baumaschinen dorthin, wo sie gebraucht werden. Gegründet wurde das Familienunternehmen 1955 in Kirchheim unter Teck. Heute arbeiten mehr als 3.500 Menschen an über 40 Standorten in acht Ländern für die Gruppe.
Der Kern des Geschäfts ist die Fahrzeuglogistik, und die endet nicht auf dem Parkplatz. In den eigenen Technik- und Logistikzentren gibt es Stellplätze für bis zu 250.000 Fahrzeuge. Dort passiert deutlich mehr als Abstellen. Lackiererinnen bessern Transportschäden aus, Mechatroniker bauen Sonderausstattung ein, Aufbereiter machen Leasingrückläufer wieder verkaufsfertig. Rund drei Millionen Fahrzeugtransporte und etwa 1,3 Millionen Aufbereitungen kommen so pro Jahr zusammen (Verkehrsrundschau, Stand August 2026).
Ein zweiter Bereich sieht ganz anders aus. Im Sonderfahrzeugbau entstehen gepanzerte Limousinen, geschützte Geländewagen und Geldtransporter, gefertigt wird unter anderem in Kippenheim in Baden und in Korschenbroich am Niederrhein. 2025 kam STOOF International aus Borkheide bei Berlin dazu, ein Spezialist für Fahrzeugpanzerung mit eigenen 150 Beschäftigten, der seine Marke innerhalb der Gruppe behält.
Gewachsen ist MOSOLF zuletzt vor allem über die Grenzen hinaus. Anfang 2025 übernahm die Gruppe die Transport Overseas Group und damit Standorte in Belgien, Spanien, Polen und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie den Zugang zu Übersee-Verschiffungen. Den Großteil der Standorte betreibt das Unternehmen weiterhin in Deutschland, darunter Hafenbetriebe in Cuxhaven, Wesel und Wilhelmshaven. Der Umsatz lag bei 767 Millionen Euro. Zur genauen Standortzahl kursieren je nach Quelle unterschiedliche Angaben, das Unternehmen selbst nennt über 40 in acht Ländern.
Entsprechend weit liegen die Berufsbilder auseinander. In den Werkstätten arbeiten Kfz-Mechanikerinnen und Lackierer, in der Steuerung Disponenten und Logistikkaufleute, dazu kommen IT-Fachleute; die gruppeneigene Digitalagentur Etecture entwickelt Software für die Logistik. Ausgebildet wird an vielen Standorten, und MOSOLF weist selbst darauf hin, dass zahlreiche Führungskräfte im Haus einmal als Auszubildende angefangen haben. Auf der Karriereseite nennt das Unternehmen Gleitzeitmodelle und hybrides Arbeiten, Teil- und Elternzeit, betriebliche Altersvorsorge und Weiterbildungsangebote; welche Leistungen konkret gelten, hängt vom Standort ab.
An der Spitze steht seit dem 1. Juli 2026 Patrick Oestreich. Dr. Jörg Mosolf, der die Gruppe zuvor lange führte, berät den Vorstand weiterhin bei Strategie und Zukäufen und leitet MOSOLF Port Logistics & Services.
Dettinger Str. 157-159
73230 Kirchheim unter Teck
Deutschland