
Im 14. Stock des Ares Towers in der Wiener Donau City arbeiten 41 Entwicklerinnen, Architekten und Beraterinnen von iteratec, dazu 15 Studierende. Das Büro gibt es seit 2007. Gebaut wird hier Software, die anderswo den Betrieb trägt: Systeme für Bahn und Logistik, für Industrie, Energieversorger und Banken. Und die Firma gehört inzwischen zu großen Teilen den eigenen Leuten.
iteratec baut Individualsoftware. Also nichts von der Stange, sondern Anwendungen, die es genau so nur bei einem Kunden gibt, samt der Architektur darunter und der Modernisierung dessen, was über Jahre gewachsen ist. Auf der Referenzliste stehen die Deutsche Bahn, BMW, die Reederei Hapag-Lloyd und die Stadtwerke München. In rund 30 Jahren sind daraus mehr als 1.000 Projekte für über 350 Auftraggeber geworden; der Gruppenumsatz lag 2024 bei 61 Millionen Euro.
Von München aus ist das Unternehmen seit 1996 gewachsen. Heute sind es rund 500 Festangestellte an acht Standorten, der westlichste in Düsseldorf, der östlichste im polnischen Wrocław. Wien ist der einzige Standort in Österreich und wird von Michael Maier als Director Austria geführt.
2018 stellte sich für die beiden Gründer Klaus Eberhardt und Mark Goerke die Nachfolgefrage. Sie entschieden sich gegen einen Verkauf an Investoren und für die Belegschaft: 215 Kolleginnen und Kollegen gründeten die Genossenschaft iteratec nurdemteam eG, die seit 2019 schrittweise alle Anteile übernimmt und Ende 2019 bereits 49 Prozent hielt. Mitglied werden kann jede und jeder Angestellte. Mehr als 300 sind es heute.
Weiterbildung läuft hier zu einem guten Teil unter Kolleginnen und Kollegen ab. Über dreißig Inhouse-Trainings stehen im Programm, mehr als die Hälfte davon haben erfahrene iteratec-Leute selbst entwickelt und halten sie auch. Ein Coding Dojo dauert manchmal eine halbe Stunde, ein Hackathon den ganzen Tag. Wer auf die W-JAX oder zur Devoxx will, fährt hin. Ein Jahresbudget, das die Zahl der Trainings pro Kopf deckelt, gibt es ausdrücklich nicht; maßgeblich ist der individuelle Bedarf.
Wer hier anfängt, schreibt Code oder entwirft Architekturen für die Cloud, übersetzt zwischen Fachbereich und IT oder kümmert sich darum, dass Sicherheitslücken schon in der Build-Pipeline auffallen. Studierende steigen über Werkstudentenstellen und Abschlussarbeiten ein, in Wien aktuell fünfzehn.
Ein Teil dieser Arbeit ist öffentlich nachlesbar. Die secureCodeBox scannt Anwendungen automatisiert auf Schwachstellen, läuft auf Kubernetes und ist ein offizielles OWASP-Projekt. iteratec hat sie gestartet und pflegt sie bis heute.
In Österreich lässt sich die Arbeitsatmosphäre auch von außen nachprüfen: Bei den Best Workplaces Austria 2024 landete iteratec auf Platz sechs in der Kategorie der kleinen Unternehmen, nachdem Great Place to Work das Haus schon 2022 und 2023 zertifiziert hatte. Flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten und individuelle Teilzeitmodelle nennt die Karriereseite ebenso wie eine Beteiligung am Unternehmenserfolg. Zu Gehaltsbändern in Österreich veröffentlicht das Unternehmen nichts. Die Anwendungen dagegen, an denen in Wien und an den sieben anderen Standorten gearbeitet wird, nutzen nach Firmenangaben täglich rund zehn Millionen Menschen.
Donau-City-Straße 11
1220 Wien
Österreich