
In Böhlerwerk im niederösterreichischen Ybbstal wird seit rund 150 Jahren Präzisionsbandstahl gewalzt. Dort sitzt heute voestalpine Precision Strip: rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, über 300 Millionen Euro Umsatz im Jahr, Lieferungen in mehr als 80 Länder. Der Stahl steckt in Metallbandsägen, in den Ketten von Motorsägen, in Rasierklingen und in Ventilklappen von Klimaanlagen und Kompressoren.
Das Produkt klingt unscheinbar und ist es nicht. Kaltgewalzter Bandstahl mit engsten Toleranzen ist Präzisionsarbeit: Für die Sägeindustrie entsteht daraus Bimetall-Sägebandstahl, aus dem Kunden rund um die Welt Sägeblätter für Metall, Holz und Stein fertigen. Für die Verpackungsindustrie liefert das Werk Rotationslinien, mit denen Kartonagen gestanzt werden. Dazu kommen Spezialbänder für die Elektronik und Ventilfederstahl. Nach eigenen Angaben zählt sich das Unternehmen zu den weltweit führenden Herstellern von kaltgewalztem Präzisionsband; entwickelt wird in eigenen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen.
Gewalzt wird an zwei Standorten in Niederösterreich. Böhlerwerk ist Firmensitz und Stammwerk mit einer Bandstahlfertigung, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. 2011 kam in Kematen an der Ybbs ein komplett neu gebautes Werk auf rund 70.000 Quadratmetern dazu, das vor allem den Sägemarkt beliefert. Im schwedischen Munkfors laufen die besonders dünnen Bänder, etwa jene für Rasierklingen. Verkauft wird über eigene Gesellschaften in den USA, in China und in Spanien, geführt wird das Unternehmen von drei Geschäftsführern mit Sitz in Böhlerwerk.
Hinter dem Betrieb steht die voestalpine, ein börsennotierter Stahl- und Technologiekonzern mit 48.800 Beschäftigten und 15,1 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26. Precision Strip gehört zur Division Metal Forming. Ein Arbeitsplatz im Ybbstal, ein Konzern mit Standorten in über 50 Ländern im Rücken, und Produkte, die zum überwiegenden Teil exportiert werden.
Ausgebildet wird im eigenen Haus. Unter dem Namen jugendsteel betreibt das Unternehmen ein eigenes Lehrlingszentrum in der Waidhofner Straße in Böhlerwerk und bildet in elf Lehrberufen aus. Ein Teil der Jugendlichen lernt Werkstofftechnik und steht später an Prüfmaschinen und Wärmebehandlungsanlagen, andere gehen in die Mechatronik, in die Anlagen- und Betriebstechnik oder werden Konstrukteurin mit Schwerpunkt Maschinenbau. Lehre mit Matura ist möglich. Neben der Produktion braucht das Haus auch Labortechnik, Betriebslogistik und Industriekaufleute.
Wie sich die rund 1.300 Beschäftigten auf die einzelnen Standorte verteilen, veröffentlicht das Unternehmen nicht. Offene Stellen und Lehrstellen schreibt es laufend über die eigene Karriereseite und über jugendsteel.at aus.
Waidhofner Strasse 3
3333 Bruck an der Leitha
Österreich