
Kendrion baut die Bremsen, Magnete und Steuerungen, mit denen Maschinen halten, greifen und sich präzise bewegen. Angefangen hat das 1911, als der 20-jährige Wilhelm Binder begann, Präzisionsbauteile zu fertigen. Heute gehören Werke und Büros in Europa, Asien und den USA dazu, geführt von der an der Euronext Amsterdam notierten Kendrion N.V. Im deutschsprachigen Raum firmieren die Gesellschaften als Kendrion GmbH mit Ortszusatz, etwa in Villingen-Schwenningen, Donaueschingen, Malente oder Linz.
Was das Unternehmen macht, lässt sich an einem Roboterarm zeigen. Fällt der Strom aus, muss er sofort stehen bleiben, und genau das erledigt eine elektromagnetische Bremse. Vergleichbare Bauteile von Kendrion stecken in Beatmungsgeräten, in Windkraftanlagen und in Landmaschinen. Dazu kommt Fluidtechnik mit Ventilen, außerdem Steuerungstechnik und die Entwicklung eingebetteter Elektronik.
Seit Oktober 2024 arbeitet Kendrion ausschließlich für Industriekunden. Das Automotive-Geschäft in Europa und den USA ging an Solero Technologies, seither tragen zwei Bereiche das Geschäft: Industriebremsen sowie Aktuatoren und Steuerungen. Der Umbau trägt. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um fünf Prozent auf 65,2 Millionen Euro und das normalisierte EBITDA um 21 Prozent auf 11,0 Millionen Euro (Quartalsbericht der Kendrion N.V. vom 12. Mai 2026). Ende März 2026 zählte die Gruppe 1.258 Vollzeitstellen.
Gefertigt wird vor allem in Deutschland. In Villingen-Schwenningen und im Donaueschinger Ortsteil Engelswies entstehen Magnete und Aktuatoren, in Malente an der Ostsee sitzt die Automatisierungstechnik von Kuhnke, im niedersächsischen Aerzen die Industriebremsen von INTORQ. Die österreichische Gesellschaft der Gruppe, die Kendrion (Linz) GmbH, hat ihren Sitz in der Estermannstraße in Linz und wird von zwei Geschäftsführern geleitet. Wie viele Beschäftigte auf die einzelnen Standorte entfallen, weist das Unternehmen nicht gesondert aus.
Entsprechend breit sind die Berufsbilder. Entwicklungsingenieurinnen und Elektronikentwickler arbeiten an Magneten, Steuerungen und Embedded Systems, in den Werken sind es Fachkräfte aus Fertigung und Technik, dazu Vertrieb und Verwaltung an den Standorten. Wer früh einsteigen möchte, findet Praktika und Werkstudentenstellen sowie Programme für Schüler, Studierende und Berufseinsteiger. Zur Weiterentwicklung nennt das Unternehmen regelmäßige Feedbackgespräche, individuelle Entwicklungspläne und Zugang zu internen wie externen Trainings; flexible Arbeitszeitmodelle und mobiles Arbeiten kommen hinzu.
Den Namen Kendrion trägt der Konzern übrigens erst seit 2001, davor hieß er Schuttersveld. Die Werksadresse in Villingen-Schwenningen lautet bis heute Wilhelm-Binder-Straße.
Dr. Wilhelm Binder Straße 1
8552 Eibiswald
Österreich