
In Ranshofen bei Braunau am Inn laufen Aluminiumbänder durch zwei Walzwerke, die nebeneinander stehen: eines für warm, eines für kalt. Was dort entsteht, sind Bänder, Bleche und Platten aus Primär- und aus Recyclingaluminium. Ein Teil davon fliegt später mit, als Struktur und Außenhaut von Airbus-Flugzeugen. AMAG rolling GmbH beschäftigt an diesem Standort Menschen, die Legierungen einstellen, Anlagen fahren und Werkstoffe prüfen.
AMAG rolling ist die Walzgesellschaft der AMAG-Gruppe. Über 200 Legierungen aus allen Legierungsfamilien von 1xxx bis 8xxx hat das Werk im Programm, mit einem Schwerpunkt auf hochfesten Güten. Dazu kommen Verfahren, die man nicht überall findet: Walzplattieren für Luftfahrt- und Lötanwendungen, Wärmebehandlung, Oberflächenveredelung. Für die Spezifikationen von Airbus, Boeing und Embraer ist der Standort qualifiziert. Das erste vollständig in Ranshofen gefertigte Luftfahrtblech entstand Ende 2005; die Zusammenarbeit mit Airbus reicht bis in die 1990er-Jahre zurück und wurde 2023 mit einem erneuerten Mehrjahresvertrag fortgeschrieben. Neben der Luftfahrt beliefert das Unternehmen unter anderem die Automobilindustrie und den Maschinenbau.
Der Standort ist über Jahre gewachsen. 2014 ging das neue Warmwalzwerk in Betrieb, 2017 das Kaltwalzwerk samt Veredelungsanlagen. Recycling gehört dabei zum Kerngeschäft und nicht zum Anhang: Schrott aus der Bauteilfertigung der Kunden kommt zurück und geht als Walzprodukt wieder hinaus. Aluminium wird in Ranshofen seit rund 80 Jahren verarbeitet.
Getragen wird das von der AMAG Austria Metall AG, an der die Gesellschaft als hundertprozentige Konzerntochter hängt. Die Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 1.478,5 Millionen Euro bei einem Absatz von 417.600 Tonnen und beschäftigte 2.185 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, verteilt auf Ranshofen sowie Werke in Übersee und Karlsruhe in Deutschland. Wie viele davon auf die AMAG rolling GmbH entfallen, weist das Unternehmen öffentlich nicht gesondert aus.
Die Berufsbilder folgen dem Prozess. An den Walzgerüsten und in der Instandhaltung arbeiten Metalltechniker, Elektrotechnikerinnen und Mechatroniker im Schichtbetrieb, im Werkstoff- und Prüfzentrum kontrollieren Labor- und Werkstofftechnikerinnen, ob eine Charge die geforderten Festigkeiten erreicht. Kaufmännische Aufgaben laufen daneben her, vom Einkauf bis zum Vertrieb an Kunden im Ausland.
Ausgebildet wird im eigenen Haus. AMAG bietet elf Lehrberufe an, von Werkstofftechnik über Elektrotechnik bis zur Labortechnik Chemie, und betreut derzeit zwischen 60 und 75 Lehrlinge. Jedes Jahr kommen 20 bis 30 neue dazu. Die Ausbildung läuft dreiteilig: Praxis im Betrieb, Theorie und Fachmodule im Ausbildungszentrum Braunau, dazu Seminare und Auslandspraktika. Die Berufsschule wird geblockt besucht, das Internat zahlt das Unternehmen.
Lamprechtshausenerstrasse 61, Postfach 3
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