
In Radfeld im Tiroler Unterland verlassen jedes Jahr bis zu 3.000 Sattelauflieger die Werkshallen von Berger Fahrzeugtechnik. Sie sind leichter gebaut als üblich, und darum geht es im Kern: Je weniger der Auflieger selbst wiegt, desto mehr Fracht darf der Lkw laden. Rund 100 Menschen fertigen sie auf etwa 12.000 Quadratmetern, zu hundert Prozent in Tirol.
Die Marke heißt BERGERecotrail®. Dahinter stecken gewichtsoptimierte Chassis aus hochfestem Stahl, deren Längsträger von Robotern geschweißt werden, während vieles andere von Hand entsteht. Verkauft werden die Fahrzeuge in ganz Europa, und wenn ein Trailer in Spanien oder Polen liegen bleibt, greift ein Netz von über 1.400 Werkstattpartnern. Wer die Fahrzeuge nutzt, sind Speditionen und Transportunternehmen: Logistik Schmitt etwa hat 40 Auflieger der Performance-Baureihe im Fuhrpark.
Die GmbH mit Sitz in Radfeld gibt es seit 1994, das Unternehmen selbst führt seine Wurzeln als Familienbetrieb auf mehr als 60 Jahre zurück. 1997 kam Gerhard Berger dazu, der frühere Formel-1-Fahrer, bis heute Hauptgesellschafter. 2019 ging in Radfeld eine neue Produktionshalle in Betrieb. Seit 2024 ist der deutsche Trailerhersteller Schmitz Cargobull beteiligt, im April 2026 haben die Gesellschafter die vollständige Übernahme vereinbart; die kartellrechtliche Freigabe steht noch aus. Schmitz Cargobull beschäftigt über 6.000 Menschen und setzte im Geschäftsjahr 2024/25 rund 2,16 Milliarden Euro um. Radfeld bleibt nach Angaben beider Seiten das Kompetenzzentrum für Leichtbau-Chassis, seit 2025 wurde dort in Produktionstechnik und in zusätzliches Personal investiert. Für Beschäftigte heißt das: kurze Wege in einem überschaubaren Werk, aber Anschluss an einen Konzern mit Standorten von Litauen bis Spanien.
Die Berufsbilder reichen von der Halle bis ins Büro. In der Fertigung arbeiten Schweißtechniker, Monteure und Industrielackierer an den Rahmen, ein paar Türen weiter zeichnen Konstrukteure die nächste Generation und prüft das Qualitätsmanagement, was das Werk verlässt. Geschäftsführer Oliver Hoffmann kam aus der Entwicklung von Audi, was zeigt, welches technische Niveau hier gesucht wird. Ausgebildet wird ebenfalls, unter anderem zum Kraftfahrzeugtechniker mit Spezialisierung Systemelektronik. Das Unternehmen nennt selbst Gleitzeit, ein Job-Bike, flache Hierarchien und täglich ein warmes Mittagessen mit Zuschuss vom Arbeitgeber. Eine offizielle Beschäftigtenzahl veröffentlicht die Firma nicht laufend; die eigene Website spricht von rund 100 Mitarbeitenden aus mehreren europäischen Ländern. Gefertigt wird weiterhin ausschließlich am Standort Radfeld.
Rettenbach 10a
6241 Radfeld
Österreich