
Rund 100.000 Betriebe in Oberösterreich haben hier ihre gesetzliche Vertretung. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich verhandelt für sie Kollektivverträge, beantwortet ihre Rechtsfragen und organisiert die Prüfungen ihrer Lehrlinge. Die Zentrale steht am Hessenplatz in Linz, dazu kommen Bezirksstellen im ganzen Land, von Braunau bis Freistadt.
Wie unterschiedlich diese Arbeit aussieht, zeigt ein Blick in die Abteilungen. In der Rechtsberatung spezialisieren sich Juristinnen und Juristen in sogenannten Skill-Groups auf Arbeitsrecht oder Sozialversicherungsrecht und beantworten täglich hunderte Anfragen aus den Betrieben. Branchen- und Regionalmanagerinnen kümmern sich darum, dass eine Region oder eine ganze Branche wirtschaftlich vorankommt. Im Kundencenter läuft der First-Level-Support, wo arbeitsrechtliche und betriebswirtschaftliche Fragen möglichst schon im ersten Telefonat geklärt werden. In der Buchhaltung ist der Weg bis zum Bilanzbuchhalter vorgezeichnet, im WIFI planen Produktmanagerinnen das Kursjahr.
Das WIFI OÖ ist die Bildungsseite des Hauses und besteht seit 80 Jahren. Rund 10.000 Lehrlinge sind dort im vergangenen Jahr zur Lehrabschlussprüfung angetreten, weitere tausend Menschen stecken gerade in der Werkmeisterausbildung (WKOÖ, Juni 2026). Die Anfänge der Kammer selbst reichen bis 1850 zurück, als in Linz eine Handels- und Gewerbekammer entstand. Heute ist die Organisation in sieben Sparten gegliedert. Präsidentin ist seit 2017 Doris Hummer, für die Funktionsperiode bis 2030 wurde sie wiedergewählt; die Geschäfte führt Direktor Gerald Silberhumer. Eine Gesamtzahl der Beschäftigten weist die Kammer öffentlich nicht aus.
Als Arbeitgeberin denkt das Haus in langen Zeiträumen. Seit 2012 ist es staatlich ausgezeichneter Lehrbetrieb, und erklärtes Ziel ist, dass Lehrlinge nach dem Abschluss bleiben und im Haus Karriere machen. Weiterbildung beginnt am ersten Arbeitstag, intern und über die eigenen WIFI-Kurse. Über 180 verschiedene Teilzeitmodelle und ein flexibles Gleitzeitmodell decken die unterschiedlichen Lebensphasen der Belegschaft ab. Prüfen lässt sich die Kammer auch von außen: Sie ist nach ISO 9001:2015 zertifiziert, trägt das Schweizer NPO-Label und für ihre Gesundheitsangebote das Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung.
Bewerbungen laufen online über das eigene Karriereportal. Antwort gibt es in der Regel binnen zehn Werktagen. Zuerst führt das Personalmanagement das Gespräch, danach die künftige Führungskraft, bei manchen Stellen kommt ein etwa einstündiger Test dazu. Maturantinnen und Maturanten steigen über Traineeprogramme im Assistenzbereich ein. Und wer sich initiativ bewirbt, landet in einem Bewerberpool, den die Kammer durchsieht, bevor eine Stelle überhaupt ausgeschrieben wird.
Hessenplatz 3
4020 Linz
Österreich