
Rund 390 Menschen arbeiten bei der HERMES PHARMA Ges.m.b.H. in Wolfsberg im Kärntner Lavanttal. Sie entwickeln und produzieren Arzneimittel und Nahrungsergänzungen, die man nicht schlucken muss: Brausetabletten, Kautabletten und Granulate, die sich im Mund auflösen. Mehr als 90 Prozent der Produktion geht in den Export. Das Werk gehört zur HERMES Arzneimittel Gruppe, deren Geschichte 1907 in München begann.
Das Prinzip hinter dem Geschäft ist einfach. Viele Menschen tun sich mit herkömmlichen Tabletten schwer, Kinder und ältere Patientinnen und Patienten besonders. HERMES PHARMA formuliert Präparate deshalb so um, dass sie sich auflösen, angenehm schmecken und trotzdem exakt dosiert sind, und begleitet Auftraggeber nach eigenen Angaben von der Rezeptur über Analytik und Zulassungsunterlagen bis zur fertigen Charge. Zu den Kunden zählt das Unternehmen zehn der zwanzig größten Pharmakonzerne der Welt sowie die vier größten Generikahersteller; die Produkte werden in rund 45 Ländern verkauft.
In Wolfsberg steht die österreichische Produktion der Gruppe. Das Werk umfasst 25.000 Quadratmeter Fläche, davon 8.000 Quadratmeter Reinraum, dazu ein vollautomatisches Hochregallager. Bei Direktgranulaten gehört der Standort nach Unternehmensangaben zu den größten Produzenten Europas. Industriell genutzt wird das Gelände seit 1946, HERMES übernahm es 2003 und hat seither mehr als 120 Millionen Euro in Gebäude, Infrastruktur und Maschinenpark investiert. Die zweite Fertigung der Gruppe liegt im bayerischen Wolfratshausen, die Zentrale in Pullach bei München. Insgesamt beschäftigt HERMES PHARMA knapp 800 Menschen.
Wer hier anfängt, landet selten in einem einzigen Fach. An den Anlagen arbeiten Verfahrenstechniker und Maschinenbediener im Schichtbetrieb, im Labor prüfen Analytikerinnen jede Charge, und in der Entwicklung wird an Geschmacksmaskierung, Granulierung und Coating gearbeitet. Dazu kommen Qualitätsmanagement, Regulatory Affairs und Logistik. Das Unternehmen bildet selbst aus: 2024 waren acht Lehrlinge am Standort, drei weitere begannen im September, unter anderem in der Maschinen- und Verfahrenstechnik, in der Qualitätskontrolle und in der IT. Die Normalarbeitszeit in Österreich liegt bei 38 Stunden pro Woche, für Bürotätigkeiten nennt HERMES PHARMA flexible Zeitmodelle, Homeoffice-Regelungen und eine betriebliche Altersvorsorge. Ausdrücklich angesprochen werden auch Quereinsteiger aus der Lebensmittelindustrie und aus der Fertigung.
Zu Umsatz oder Gehaltsbändern des Standorts gibt es keine aktuellen öffentlichen Zahlen. Gefertigt wird nach GMP-, HACCP- und ISO-13485-Standards, geprüft wird jede Charge im Haus, und was das Labor freigibt, steht kurz darauf in Apothekenregalen von 45 Ländern.
Schwimmschulweg 1a
9400 Wolfsberg
Österreich